Ratgeber

Tantra – Der Schlüssel zur Verbindung

Wenn ich auf das Wort Tantra stosse, denke ich automatisch an Räucherstäbchen, Sarongs mit Batikdruck, die Philosophien des Ostens und Langsamkeit.

Aber was ist Tantra-Sex? Wie sieht es in der Praxis wirklich aus? Und muss man besonders spirituell sein, um sich ins Tantra-Universum zu stürzen?

Wenn du dich auch fragst, was Tantra-Sex eigentlich ist, dann lese weiter, während ich versuche, uns beide ein wenig klüger darüber zu machen, was Tantra «Der Schlüssel zur Verbindung» tatsächlich ist.

Tantra – was bedeutet das?

Das Wort Tantra ist Sanskrit für «weben» und es passt sehr gut zu der Bedeutung, all die Dinge und Erfahrungen, die unser Leben füllen, zu etwas Sinnvollem zu weben.

Tantra ist auch die Vorstellung von Energie, die durch den Körper fliesst. Bist du ein Yoga-Enthusiast, hast du vielleicht schon von Chakren gehört.

Nackter Rücken und viele kleine Kristalle

Der Körper hat 7 primäre Chakren, die wie die Wirbelsäule in einer ungefähr geraden Linie sitzen. Das untere Chakra ist das Wurzelchakra, das zwischen den Genitalien und dem Anus sitzt, und das obere ist das Kronenchakra, das auf deinem Kopf sitzt.

Die sexuelle Energie fliesst durch deinen Körper und deine Chakren auf die gleiche Weise, wie das Blut in den Blutgefässen fliesst.

Apropos sexuelle Energie – kommen wir zum Kern der Sache.

Tantrasex

Für viele von uns ist Sex etwas sehr Körperliches. Es sind Berührungen, Genitalien und chemische Reaktionen im Gehirn.

Es sind auch Muskelkontraktionen, Sekretion von Flüssigkeiten und Geräusche, die mit oder durch den Körper erzeugt werden.

Aber Tantra-Sex ist auch spirituell. Es sind zwei entgegengesetzte Pole, die sich treffen und ihre Energie teilen. Ying trifft auf Yang.

Person, die mit beiden Händen eine Kerze hält

Beim Tantra-Sex baut man auf der sexuellen Energie auf und geniesst ihre Anwesenheit im Körper. Wenn du eine Frau bist, kannst du gerne so oft wie es geht zum Höhepunkt kommen, der Mann sollte jedoch lieber einen Samenerguss vermeiden. Dies ist nämlich eine Art und Weise Energie abzuleiten – und diese sollte gerne im Körper bleiben.

Mit Übung und Geduld ist es möglich, einen Orgasmus ohne Ejakulation zu haben. Und so schaffst du es, genau wie deine Partnerin immer wieder zum Orgasmus zu gelangen.

Massagekerzen, Massageöl, Federn und kleine Blumen liegen auf einem orangefarbenen Hintergrund

Wie funktioniert’s?

Einige haben die Vorstellung, dass Tantra-Sex das reine Kamasutra ist, aber du musst dir über akrobatische Tänze überhaupt keine Sorgen machen.

Wenn du mit deinem Partner mit Tantra-Sex experimentieren möchtest, kannst du mit relativ wenigen Hilfsmitteln die richtige Atmosphäre erzeugen.

Der Rücken einer Person, die eine Federfeder über dem Kopf hält

Die räumliche Umgebung

Stelle sicher, dass das Schlafzimmer (oder der gegebene Raum) sauber und ordentlich ist. Es ist auch eine gute Idee zu prüfen, ob die Temperatur angenehm ist. Es sollte nicht so heiss sein, dass man dahinschmilzt, aber warm genug, dass man ohne Kleidung nicht friert.

Um die Sinne ins Spiel zu bringen, kannst du zum Beispiel ein Räucherstäbchen, eine Duftkerze oder eine  Massagekerze anzünden. Vielleicht möchtest du auch sanfte Musik auflegen.

Du kannst auch dafür sorgen, dass Essen und Trinken vorhanden sind. In der Welt des Tantra gibt es bestimmte Lebensmittel wie zum Beispiel Fleisch und Fisch, die für die Zeremonie gut geeignet sind, hierunter gehört auch Wein. Dies gilt als Symbol für den Rausch des Körpers.

So könnt ihr das Erlebnis mit einem guten Glas Barolo herunterspülen.

Beleuchtete Massagekerzen und ein Massageöl stehen in einer Holzkiste

Lass die Energie fliessen

Sobald ihr die richtige Atmosphäre geschaffen habt, könnt ihr damit anfangen, worum es wirklich geht.

Ihr könnt ganz eng beieinandersitzen, um vollständig verbunden zu sein. Einer von euch kann zum Beispiel in einer Position mit gekreuzten Beinen oder in einer Lotusposition sitzen (normalerweise der Mann in einer w/m-Beziehung), und der andere kann sich auf diese Person setzen und die Beine um den Körper seines Partners legen, so dass eure Gesichter einander zugewandt sind.

Manche meditieren vorher – das ist nicht unbedingt ein Muss, aber man kommt nicht drum herum, eine Art von Symbiose miteinander einzugehen.

Wenn ihr zusammensitzt, achte darauf Augenkontakt zu halten. Ihr könnt auch gerne die Hand auf das Herz des jeweils anderen legen. Vielleicht schafft ihr es auch die Atmung zu synchronisieren, damit sie bei euch mühelos auf die gleiche Weise fliesst.

Auf die gleiche Weise wird die Energie fliessen.

Die Person liegt mit einer brennenden Kerze auf dem Rücken auf dem Bauch

Einander geniessen

Wenn ihr miteinander verbunden seid, seid ihr für den Sex bereit.

Und das bedeutet nicht, dass ihr euch gleich in die Penetration stürzen sollt.

Warum nicht einfach die intime Verbindung geniessen, die ihr geschaffen habt, während ihr euch gegenseitig massiert, euch leicht mit einer Feder streichelt, tiefe Küsse und langsames Verwöhnen.

Tantrasex ist nicht in zwanzig Minuten vorbei. Es kann leicht mehrere Stunden dauern, also nehmt euch gerne Zeit.

Der Höhepunkt ist nicht das Ziel. Wie ich bereits kurz erwähnt habe, sollte der Mann das Ejakulieren möglichst vermeiden.

Aber wie gesagt – Nur ihr spürt was für euch Sinn macht. Ich bin mir jedoch sicher, dass du eine wunderbare und Tantra ähnliche Erfahrung machen kannst, auch wenn es zu einer Ejakulation kommt.

Beleuchtete Massagekerzen, Massageöl und Buddhafiguren

Ist Tantra für alle?

Du musst nicht an östliche Philosophien glauben bzw. diese praktizieren. Auch Räucherstäbchen und Meditationen ist kein Muss, wenn dir nicht danach ist.

Ihr müsste das tun, was sich richtig anfühlt. Das, was für euch Sinn macht.

Für mich ist es wichtig die Dinge auszusuchen, die für mich Attraktiv scheinen. Die Langsamkeit, die Präsenz und die Verbindung zu mir selbst oder einem Partner.

Sowohl beim Solosex als auch beim Sex im Alltag kann schnell Routine entstehen, daher erinnert mich die tantrische Denkweise daran, dass Sex mehr ist als nur zum Höhepunkt zu gelangen. Es geht um die Reise, nicht um das Ziel.

Eine brennende Massagekerze, ein Massageöl und eine Federfeder, die in einer Holzkiste liegen

Tantra

Es gibt viele Möglichkeiten, sich neu zu entdecken und sich weiterzuentwickeln.

Du kannst zum Frisör gehen und dir eine neue Frisur zulegen. Oder Spanisch lernen.

Du kannst auch die Dinge im Leben verbessern, die bereits funktionieren – Du musst nicht jedes Mal das Rad neu erfinden.

Es kann sein, dass du dein Chili-Con-Carne-Rezept neu erfindest. Oder, dass du beim nächsten Sommerurlaub auf Kreta eine neue Taverne besuchst.

Aber was machst du im Schlafzimmer? Achtest du auch darauf, dich in deinem Sexualleben neu zu erfinden?

Es gibt hier jeeeede Meeenge Möglichkeiten. Sextoys sind naheliegend (und empfehlenswert!), aber auch Rollenspiele oder Tantra ist eine super Möglichkeit.

Und ich sag’s noch einmal!

Wähle die Elemente aus, die für dich (und deinen Partner) sinnvoll sind. Ob Duftkerzen, Langsamkeit, Augenkontakt oder Ganzkörperorgasmen, probiere die Möglichkeiten aus, die sich bieten.

Eine Quelle, eine Buddhafigur, zwei Flaschen und kleine Kristalle, die zusammenstehen